Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran
Veranstalter: Theater- und Konzertgesellschaft Mittelthurgau
Ort: Thurgauerhof Saal
Nach der gleichnamigen
Erzählung
von Eric-Emmanuel Schmitt
aus dem Französischen von
Annette und Paul Bäcker
Schauspiel mit Musik von
Gerold Theobalt
Mit Ilja Richter, Thomas Henniger
von Wallersbrunn
und Irina Wrona
Regie: Paul Bäcker
Produktion: Tournee-Theater Thespiskarren
Gar nicht schlecht, einen erwachsenen Freund zu haben, auf den man sich
verlassen kann, wenn man nicht mehr weiter weiß. Noch dazu, wenn er ist
wie Ibrahim, der Kolonialwarenhändler aus der Pariser Rue Bleu, ein
verschmitzter Weiser, der für jedes Problem eine Lösung in seinem Koran
findet. Und Probleme hat er genug, der 13-jährige Moses, der seinem
Vater, einem Rechtsanwalt, den Haushalt führt. Die Mutter hat sie früh
verlassen. Weil sie das Glück suchte, wie der Junge später erfährt, und
weil dies mit seinem Vater nicht möglich war. Moses Vater, der sich in
einer Art Dauerdepression befindet, kümmert sich kaum um seinen Sohn. Da
Einkaufen auch zu Moses Pflichten gehört, geht er regelmäßig in den
Laden des „alten Arabers“, Monsieur Ibrahim, der aber gar kein Araber
ist, sondern Moslem und– wie er immer wieder zu sagen pflegt – seinen
Koran kennt. Ibrahim eröffnet dem Jungen eine neue Welt. Mit seinen
Lebensklugheiten, seinen „Blumen des Koran“, weiht er Momo, wie er Moses
nennt, in die Geheimnisse des Lebens ein. Er verrät ihm das Geheimnis
des Glücks und des Lächelns, das nicht, wie Moses meint, „nur etwas für
glückliche Leute ist“, sondern, wie Ibrahim lehrt, „glücklich macht“.
Auch der Zuschauer lernt aus Monsieur Ibrahims charmanten
Lebensweisheiten. Zwischen den beiden entwickelt sich eine wunderbare
Freundschaft, die sie schließlich auf eine lange Reise führt, nach
Ost-Anatolien in die Heimat von Monsieur Ibrahim. Der französische
Erfolgsautor erzählt in seiner religionsübergreifenden Parabel über
Toleranz, Weisheit und Herzensgüte die Geschichte einer Freundschaft
zwischen zwei in Alter, Herkunft und Familie ganz unterschiedlichen
Menschen und zugleich von den wahren Reichtümern des Lebens.
